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Donnerstag, 24. Januar 2019  

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Fernstudium neben dem Beruf

Fernstudium - Überblick und Finanzierung

Gerade im Bereich der Erwachsenenbildung ist das Fernstudium eine gute Alternative zum klassischen Präsenzstudium. Ein großer Vorteil sind die freie Zeiteinteilung und das Anpassen des Lernpensums an die eigenen Fähigkeiten. Einfacher als normale Studiengänge sind Fernstudien jedoch nicht, denn das Ziel ist auch hier ein staatlich anerkannter Abschluss.

Ablauf eines Fernstudiums / Online-Studiums

Prinzipiell funktioniert ein Fernstudium ähnlich wie ein Präsenzstudium. Es gibt aufbereitete Lehrmaterialien, Skripte und Prüfaufgaben, die jedoch ohne Anwesenheit des Professors bearbeitet werden. Früher wurden erforderliche Dokumente noch beinahe ausschließlich per Briefpost verschickt, heute ist der Hauptkommunikationsweg das Internet, wobei spezielle Programme multimediale Aspekte und Interaktivität einbringen können. Dank der modernen Technik ist es heute möglich einen vollwertigen Bachelor- oder Masterabschluss via Fernstudium zu erreichen. Trotz der abweichenden Bezeichnung gibt es im Regelfall auch hier Präsenzzeiten. Diese sind jedoch auf ein Minimum begrenzt. Die Grenzen zwischen Online-Studium und Fernstudium sind mittlerweile schwimmend, reine E-Learning-Studiengänge setzen häufig jedoch auch entsprechende Hardware (Headset, Webcam etc.) voraus, die sonst optional sind.

Finanzierungsmöglichkeiten des Fernstudiums

Ein Hauptaspekt des Fernstudiums ist selbstverständlich die Finanzierung. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, die je nach persönlicher Situation ausgeschöpft werden können. Die wichtigsten sind:
  • Eigenfinanzierung
  • Finanzierung durch Arbeitgeber
  • BaFög und Meister-BaFög
  • Stipendium
  • Bildungsprämie/-gutschein
Wer bereits im Arbeitsleben steht und über ein geregeltes Einkommen verfügt, kann das Fernstudium sozusagen "aus der eigenen Tasche" bezahlen. Bei den meisten Universitäten werden für solche Studiengänge monatliche Kosten ab etwa 100 EUR fällig, wobei diese nach oben offen sind. Die Kosten für Bücher und Arbeitsmaterialien sind hier nicht einberechnet und können je nach Studiengang variieren. Gerade bei Weiterbildungsangeboten ist dies allerdings oft gar nicht nötig, denn auch der Arbeitgeber hat ein Interesse daran, seine Angestellten optimal auszubilden und übernimmt in Einzelfällen einen Teil der Kosten oder finanziert das gesamte Studium.

Die Kurzform BaFög steht für "Bundesausbildungsförderungsgesetz" und ist eine Initiative der Regierung, die deutsche Bildung mit öffentlichen Mitteln zu unterstützen. Hier ist Vorsicht geboten, denn zwar übernimmt der Staat die gesamten Kosten, jedoch wird die Hälfte davon als Darlehen angerechnet, das später zurückgezahlt werden muss. Die Raten für die Rückzahlung werden später anhand des bestehenden Einkommens berechnet. Für besonders ehrgeizige Studenten gibt es eine Sonderregelung, die auch Fernstudien betrifft. Ist man unter den besten 30% seines Jahrgangs, werden bis zu 25% der Darlehenssumme erlassen. Meister-BaFög funktioniert etwas anders und ist an andere Konditionen gebunden (abgeschlossene Ausbildung, Berufserfahrung). Zudem werden hier nur 30,5% der Kosten übernommen und es gibt eine Option auf ein variables Darlehen.

Anders als internationale Vorbilder vergeben deutsche Universitäten nur höchst selten selbst Stipendien. Stattdessen gibt es ein paar Stiftungen, beispielsweise die Friedrich-Ebert-Stiftung oder die Hans-Böckler-Stiftung, die sich der Vergabe angenommen haben und bei vielversprechenden Kandidaten die vollen Kosten übernehmen. Leider ist man hier dem Wohlwollen der Stiftungen ausgesetzt und die Beantragung eines Solchen erinnert an ein Lottospiel, ob man im Laufe seines Lebens auf die richtigen Zahlen gesetzt hat. Ganz ähnlich sieht es bei den Aufstiegsstipendien aus. Hier bestimmen allerdings nicht die Stiftungen, wer die finanziellen Mittel erhält, sondern das Bundesministerium Bildung und Forschung. Trotz der hohen Einstiegshürden sind Stipendien aber eine mögliche Finanzierungsvariante.

Auch die Bildungsprämie ist eine Maßnahme des BMBF, steht jedoch allen zur Verfügung, die erwerbstätig sind und deren Einkommen 25.600 EUR pro Jahr nicht überschreitet. Es handelt sich hierbei lediglich um einen einmaligen Gutschein über 500 EUR, also keine echte Finanzierung. Dafür sind die Konditionen gering und an beinahe keine Restriktionen gebunden. Besonders für Arbeitslose ist die Finanzierung von Lehr- und Studiengängen eine große Hürde, deswegen können die Arbeitsämter sogenannte "Bildungsgutscheine" ausgeben, deren Gegenwert variabel ist, jedoch auch für Fernstudien gilt. Ob und wann der Bildungsgutschein bewilligt wird, hängt ausschließlich vom Sachbearbeiter ab. Im Regelfall werden dann aber die vollen Kosten inklusive benötigter Arbeitsmittel übernommen.


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