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Neues aus dem Studienleben

Studium-News - Neues aus dem Studentenleben


An dieser Stelle versorgen wir euch mit aktuellen Nachrichten aus dem Bereich Studium. Dabei wollen wir auf Aspekte wie 1. Hochschulreformen, z.b. Studiengebühren oder Bachelor & Master, 2. BAföG sowie 3. Statistiken über Studenten & Hochschul-Ranking und 4. studentische Initiativen plus 5. E-Learning eingehen.
26.02.15
Duale Studiengänge - ein bewährtes Modell wird immer beliebter

Duale Studiengänge haben sich erst seit ein paar Jahren in Deutschland wirklich etabliert. Seit bekannt geworden ist, dass nicht immer ein Vollzeitstudium sinnvoll ist, sondern duale Studiengänge genau die Bedürfnisse von Studierenden und Arbeitnehmern abdecken, werden sie immer beliebter. Das belegen die Entwicklungen seit 2004 ganz deutlich. Während es 2004 knapp 41.000 Studierende in dualen Studiengängen gab, sind es heute bereits 65.000 Studierende. Die Beteiligung der Unternehmen hat sich im gleichen Zeitraum von 18.000 Unternehmen auf knapp 40.000 Unternehmen verdoppelt. Besonders beliebt ist dabei zum Beispiel der Studiengang Business Administration. Vor allem im Bankenwesen wird international gearbeitet und das internationale Modell des dualen Studiums deckt die Bedürfnisse der Unternehmen perfekt ab. Aber auch Marketing Management oder Vertriebsingenieurswesen sind beliebte duale Studiengänge. Diese werden mittlerweile von fast jeder dualen Hochschule angeboten. Um hier objektiv vergleichen zu können, sollten Bewerber sich umfassend informieren. Eine Möglichkeit sind hierbei entsprechende Organisationen, die die Studiengänge nach Ihrer Qualität bewerten. Das CHE-Ranking ist das wohl bekannteste. Prominente Vertreter unter den Rankings sind seit Jahren die dualen Studiengänge, welche unter anderem von Unternehmen wie Siemens, Vapiano, die Deutsche Bahn und viele mehr.

Da das duale Studium heute so begehrt ist und die Unternehmen meist für die vollen Studiengebühren aufkommen, wählen die Unternehmen sehr akribisch aus, wer für ein duales Studium in Frage kommt. Anders als in einem Vollzeitstudium sind die Studieninhalte im dualen Studium stark gerafft und müssen in kürzester Zeit verinnerlicht werden. Nicht zuletzt müssen Bewerber sich über eine große Doppelbelastung im Klaren sein. Aber auch die Wechsel zwischen den Praxisphasen im Unternehmen und den Theoriephasen an der Hochschule stellen hohe Anforderungen an die Studierenden. Interessenten sollten daher grob vorher prüfen, welches Ihre Stärken sind und was Sie als besonders Qualifiziert auszeichnet. Die folgenden Eigenschaften werden von vielen Unternehmen bereits vorausgesetzt:


1. Selbstständigkeit und Disziplin (Selbstorganisation und Struktur bilden zumeist den Kern – oft verzichten Studierende auf einen großen Teil Ihrer Freizeit)
2. Willensstärke und Ehrgeiz(der Druck von Seiten des Unternehmens sollte nicht unterschätzt werden, nicht wenige werden hier schon auf spätere Führungspositionen vorbereitet)
3. Eine hohe Frustrationstoleranz (Selbstmotivation und Stresslevelreduktion durch einen Ausgleich im Leben schaffen)
4. Flexibilität in Zeit und Raum (besonders internationale Unternehmen betreffend, aber auch mittelständische regionale erwarten Arbeitseinsatz und Bereitschaft)
5. Praktisches Interesse (Theorie wird umgehend mit der Praxis verknüpft)
6. Belastbarkeit (Mehrarbeit und außerordentliche Leistungen sind Maßgebend für den erfolgreichen Abschluss)

Nur wer diese Eigenschaften hat oder anstrebt, sollte ein duales Studium in Betracht ziehen. Die grundsätzliche Studierfähigkeit ist in der Regel mit einem Abitur oder der Fachhochschulreife nachgewiesen. Die anderen Eigenschaften müssen unter Beweis gestellt werden. Da es sich Unternehmen praktisch nicht leisten können, über Monate hinweg ihre Bewerber zu beobachten oder ausgiebig zu testen, gibt es meist komplexe Bewerberverfahren mit verschiedenen Auswahlstufen. In den meisten Fällen bewirbt man sich bei einem Unternehmen auf eine Ausschreibung. Die Unternehmen wiederum kooperieren mit der jeweiligen Universität und halten die entsprechenden Studiengänge bereit. Nach der formalen Bewerbung, die den gängigen Regeln entsprechend anzufertigen ist, findet eine Vorauswahl statt und die Einladung zur nächsten Auswahlrunde erfolgt. Diese Auswahlrunden können sehr verschiedene Formen annehmen, sind jedoch in den seltensten Fällen bereits fachspezifisch. Dabei handelt es sich um Verfahren wie:

1. Assessment Center (Verhalten in der Gruppe beobachtend)
2. Persönlichkeitstest (zumeist online kostenpflichtig über Anbieter)
3. Stressleveltest (Situationsspezifische Tests im voraus vom Unternehmen geplant, aber spontan für den Bewerber)
4. Telefoninterview (eher seltener, da man sich zumeist einen persönlichen Eindruck vom Bewerber machen möchte)
5. Einstellungstest (Allgemeinwissen abfragend zum Beispiel)
6. Präsentationen (oder auch spontane Reden zu einem bestimmten Thema -> dient auch der Stresslevelanalyse)
7. Gruppendiskussionen (Gruppendynamik analysierend, je nach ausgeschriebener Position – wichtig ist hier vor allem die Authentizität)
8. Webbasierte Tests (Logiktests oder eigens von dem Unternehmen angefertigte und auf die Bedürfnisse zugeschnittene)

In vielen Fällen findet man im Anschluss an die schriftliche Bewerbung nicht nur eines dieser Verfahren, sondern ein mehrstufiges Verfahren. In jeder Runde verringert sich die Zahl der potentiellen Studienanfänger. Bereits durch ein solches Verfahren können die oben genannten Eigenschaften, die ein Student eines dualen Studiengangs benötigt, zuverlässig getestet werden. So bleiben Enttäuschungen während des Studiums auf beiden Seiten aus. Umso geehrter fühlen sich die Interessenten, die letztendlich einen Studienplatz ergattern und begeben sich umso motivierter in das Studium.

Das System des dualen Studiengangs hat sich in den letzten Jahren in Deutschland etabliert. Das Interesse von jungen Absolventen und innovativen Unternehmen steigt stetig an. Das liegt insbesondere daran, dass ein duales Studium viele Vorteile sowohl für die Unternehmen als auch für die Studierenden bietet. So wird das duale Studium zum Beispiel vergütet. Studenten können sich so vollends auf ihr Studium konzentrieren. Die Unternehmen hingegen können aktiv Einfluss auf die Studieninhalte nehmen und bekommen für ihre Nachwuchskräfte genau die Ausbildung, die das jeweilige Unternehmen benötigt (jeweilige Vor- und Nachteile können hier eingesehen werden). Vor allem aber die Chance, dass der Student nahtlos ins Berufsleben starten kann, ist für beide Seiten ein Gewinn. Kleinere Nachteile für die Studenten - wie zum Beispiel die deutlich geringe Freizeit im Vergleich zu einem Vollzeitstudenten - werden bei den Aussichten gern in Kauf genommen.


10.03.06
Länder wollen mit "Lecturern" und Seniorprofessoren Studentenansturm begegnen

Mit der Erhöhung von Lehrdeputaten, der Einführung von ausschließlich der Lehre gewidmeten "Lecturern" und "Seniorprofessoren" sowie dem verstärkten Einsatz von E-Learning wollen die Bundesländer dem Studentenansturm der kommenden Jahre begegnen. Das ergibt eine aktuelle Umfrage der Zeitschrift Forschung & Lehre. Ohne die Hilfe des Bundes sieht sich die Mehrzahl der Länder nicht in der Lage, ihr Angebot an Studienplätzen auszubauen. Demgegenüber will der Bund die Länder im Rahmen des Hochschulpaktes 2020 nur unterstützen, wenn sich diese zur Hälfte an den Kosten beteiligen. Allein für das Spitzenjahr 2013 erwartet die Hochschulrektorenkonferenz zusätzliche Kosten von 3,4 Milliarden Euro für Bund und Länder. Nicht eingerechnet in diese Zahl sind eine verbesserte Betreuung, die notwendige Korrektur der bisherigen Unterfinanzierung und ein Inflationsausgleich.

Neue Personalkategorien wie der „Lecturer“ können nach Ansicht von Professor Dr. Bernhard Kempen, Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, den drohenden Kollaps der Hochschulen allein nicht verhindern. Mit einer Vielzahl von schlecht bezahlten Dozentenstellen ohne Perspektive sei niemandem gedient, schreibt Kempen im aktuellen Heft von Forschung & Lehre.

Seit Ende der 70er Jahre hat die Zahl des Lehrpersonals nicht mehr mit der wachsenden Zahl der Studierenden Schritt halten können. Für die neu eingerichteten Bachelor- und Masterstudiengänge steht derzeit zu wenig Personal im erforderlichen Umfang zur Verfügung. Soll bei steigenden Studierendenzahlen in den nächsten fünfzehn Jahren wenigstens das derzeitige Betreuungsverhältnis von Hochschullehrer zu Studierenden von 1:60 im Bundesdurchschnitt gewahrt werden, sind nach Berechnungen von Forschung & Lehre im Jahr 2020 fast 4000 Professorenstellen mehr als im Jahr 2004 erforderlich; im Jahr 2014, wegen des Effekts der Schulzeitverkürzung, sogar mehr als 8000 Stellen.
Quelle: Forschung&Lehre, 09/2006, HOCHSCHULPAKT 2020
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